21.06.2019, von THW Lüchow-Dbg / Doris Predöhl

Übungswochenende in Bad Nenndorf

Rund 40 Helfer/innen, aus den THW-Ortsverbänden Stelle-Winsen, Rotenburg und Lüchow-Dannenberg haben am vergangenem Wochenende verschiedene Einsatz-Szenarien auf dem Übungsgelände in Bad Nenndorf geübt. Für die Atemschutzgeräteträger/innen gab es außerdem die Möglichkeit ihre jährliche Belastungsprüfung zu absolvieren.

Los ging es am Freitag. Wer konnte, war schon um 12 Uhr in der Unterkunft und hat bei den letzten Vorbereitungen unterstützt. Gegen 16 Uhr haben wir uns auf den Weg nach Bad Nenndorf gemacht. Dort angekommen, nach ca. drei Stunden Fahrt, haben wir erstmal abgeladen und uns häuslich eingerichtet. Also Feldbetten aufgebaut, Tische und Bänke aufgestellt und den Grill angemacht. Es folgte ein gemütliches Beisammensitzen.

Am nächsten Morgen gab es um 08:00 Uhr Frühstück. Anschließend gab es, beim Antreten, eine kurze Begrüßung und ein paar Infos zum Ablauf. Um 09:30 Uhr ging es für die Atemschutzgeräteträger in den Keller. Zwei Helfer aus dem Ortsverband Rotenburg und acht Helfer/innen aus unserem Ortsverband nutzten die Gelegenheit und absolvierten ihre jährliche Belastungsprüfung.

Während die Atemschutzgeräteträger im Keller schwitzten, haben sich die anderen Helfer/innen schon mal mit diversen kleineren Übungen beschäftigt. Darunter unter anderem das Suchen und Retten von Verletzten und das Retten aus Höhen. Da der Größte Teil unserer Helfer/innen bei der Belastungsprüfung war, haben sich die übrigen zwei Helfer für die Zeit eine andere Gruppe gesucht. Die anderen drei Helfer/innen aus unserem OV waren von Anfang an für den Zugtrupp eingeteilt, um zu üben was man dort eigentlich machen muss. Sie haben eine z.B. eine Lagekarte erstellt, Meldezettel ausgefüllt und viel gefunkt. Nach der Belastungsprüfung gab es eine Verschnaufpause. Danach sind alle wieder in ihre Gruppe gegangen und haben mit ihren Übungen weiter gemacht. Der Zugtrupp hatte wieder einen Zugführer und wir konnten mit unserer ersten Übung beginnen. Die Lage war eine Gasexplosion mit einer unbekannten Anzahl an vermissten Personen.

Der erste Trupp gelangte durch ein Fenster in den Keller und begann dort mit der Erkundung und meldete kurz danach eine Rauchentwicklung. Zeitgleich erkundete ein weiterer Trupp die Rückseite von dem Gebäude. Schnell hat der zweite Trupp eine Person gefunden. Diese wurde mittels Bergeschleppe gerettet. Das Feuer im Keller konnte vom ersten Trupp mit dem Feuerlöscher bekämpft werden. Es wurde keine weitere Person gefunden.

Um 13 Uhr gab es Mittagessen. Nach dem Mittag haben wir mit der ersten Lage, der Gasexplosion, weitergemacht. Da der Keller und das Erdgeschoss bereits erkundet und dort keine weiteren Personen gefunden wurden, ging es nach oben. Durch die Explosion ist das Gebäude zum Teil eingestürzt. Vom Erdgeschoss aus gab es keinen Weg in das erste Obergeschoss. Zwei Trupps stattete sich mit der Persönlichen Schutzausstattung gegen Absturz (PSAgA) aus und gelangte über eine Leiter in das erste Obergeschoss. Vorsichtig erkundete der erste Trupp den rechten Bereich Stück für Stück, während der zweite Trupp den linken Bereich übernahm. Beide Trupps meldeten, dass keine Person gefunden wurde, dieser Bereich aber sicher ist. Der zweite Trupp fügte noch hinzu, dass auch die beiden nächsten Stockwerken nicht über die Treppe zu erreichen sind. Im Dachgeschoss wurde eine vermisste Person gefunden. Person nicht ansprechbar. Rettung über Treppe nicht möglich, da keine mehr vorhanden war. Während ein Helfer den Verletzen betreute, bauten die anderen drei einen EGS-Dreibock. In diesen wurde das Rollgliss, einem Rettungs- und Abseilgerät für Personen, ein gehangen. Die Person wurde in den Schleifkorb gelegt und mit Hilfe von dem Rollgliss bis in den ersten Stock runtergelassen. Weiter runter kam man mit dieser Variante nicht. Das letzte Stück bis zum Boden wurde über einen Leiterhebel zurückgelegt.

Die anderen beiden Ortsverbände beschäftigten sich mit anderen Übungs-Szenarien, wie zum Beispiel dem Retten aus Höhen, Brennschneiden, Bau einer Seilbahn und der Suche und Rettung von Personen.

Nur noch eine Stunde bis zum Abendessen. Daraufhin war die Frage von unserem Gruppenführer, ob wir Feierabend machen wollen oder ob er noch eine kleine Übung vorbereiten soll. Wir wollten unbedingt noch was üben und wählten so die zweite Option.

Während ein Trupp außen den Trümmerkegel erkundete, arbeitete sich der andere Erkundungstrupp Stück für Stück ins Innere der Trümmer vor. Vorwärts ging es nur auf allen vieren. Die Sicht gleich Null. Dank der Nebelmaschine konnte man tatsächlich nichts sehen. Rechts war eine Abzweigung. Robbend kam der Helfer zu einem Hohlraum. Dieser war eine Sackgasse. Keine Person gefunden. Also wieder zurück und dann weiter geradeaus. Hier konnte man immerhin noch krabbeln. Auf das Rufen der Helfer/innen kam keine Antwort. Auch bei der nächsten Abzweigung, diesmal nach links, ging es nicht weiter. Der Weg wurde enger und enger, sodass der Helfer zurückrobben musste, um nicht stecken zu bleiben. Dann waren kurz Hilferufe zu hören. Ein kleines Stückchen weiter war eine Person zu sehen. Die Sicht war kurzzeitig etwas besser. Um Kräfte zu schonen wurde der Erkundungstrupp nun von einem anderen Trupp abgelöst. Dieser kümmerte sich um die Rettung der bewusstlosen Person. Auf Grund der Enge wurde die Person mit dem Bergetuch aus den Trümmern geholt, anschließend auf eine Trage gelegt und zur Verletztensammelstelle gebracht. Somit war auch diese Übung leider schon wieder vorbei.

Nachdem alle Gruppen ihre Übungen beendet und alle Gerätschaften wieder auf den Fahrzeugen verstaut haben, ging es zum gemütlichen Teil über. Einige Helfer/innen haben sich noch bis weit nach Mitternacht angeregt unterhalten und sich über verschiedene Themen ausgetauscht.

Am Sonntag standen keine Übungen mehr an. Nach dem Frühstück wurde alles wieder abgebaut und aufgeräumt. Nachdem alles wieder auf den Fahrzeugen verlastet war, gab es noch eine kleine Abschulssrunde. Alle waren sich einig, dass es ein schönes Wochenende war und man das gerne wiederholen würde. Gegen 10 Uhr haben wir uns auf den Weg nach Hause gemacht. 


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